Public Telescope Konferenzbeitrag auf der Kleinplanetentagung 2013 in Falera / Schweiz

Die jährliche Tagung der Kleinplanetenbeobachter fand 2013 vom 21.-23. Juni in La Fermata / Falera in der Schweiz statt. Vor der herrlichen Hochgebirgskulisse der Schweizer Alpen diskutierten Amateure und Profis die Ergebnisse und Herausforderungen der Entdeckung und Vermessung von Kleinplaneten wie Asteroiden und Kometen. Die Beobachtung der kleinen Objekte unseres Sonnensystems ist ein lohnendes Betätigungsfeld für Amateurastronomen. Die Herausforderungen der Kleinplanetenjäger bestehen in der Entdeckung neuer Himmelskörper und der Notwendigkeit zur ständigen Weiterentwicklung von Beobachtungswerkzeugen und -techniken.

 

Sinnlicher und intellektueller Gipfelsturm

Als Ehrengast begrüßten die Teilnehmer den Schweizer Nobelpreisträger für Physik Karl Alexander Müller, der durch seine Teilnahme das sinnliche Naturerlebnis in den Alpen  mit einem entsprechenden intellektuellen Gipfel krönte.

Nobel Prize Müller

Ehrengast der Kleinplanetentagung 2013: Physik-Nobelpreisträger Karl Alexander Müller

Schwerpunkte der diesjährigen Kleinplanetentagung waren die Verbesserung von Beobachtungsstrategien sowie neue technische Entwicklungen. Die Aktivitäten der Kleinplanetenbeobachter kollidieren oft mit den Wetterverhältnissen in Mitteleuropa. Um Beobachtungen besser planen zu können, bietet die Schweizer Firma Meteoblue spezielle und kleinräumige Vorhersagen an, die für Amateurastronomen eine große Hilfe bei der Planung ihrer nächtlichen Aktivitäten sein können. Trotz der Verbesserungen der Vorhersagemöglichkeiten wurde durch die Statistiken des Geschäftsführer von Meteoblue Dr. Gutbrod einmal mehr klar, dass Mitteleuropa nicht der optimale Standort für ein Kleinplanetenobservatorium ist. Das war die perfekte Überleitung zum Vortrag über die Vorteile von Remote-Observatorien. Ranga Yogeshwar überraschte mit einer Kosten-Nutzen-Kalkulation, nach der das Verhältnis von aufgewendeten Mittel zur Anzahl durchgeführter Beobachtungen deutlich für die Verwendung von Remote-Teleskopen spricht.

Professionalisierung der Amateurastronomie

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Heiko Wilkens beim Vortrag über Public Telescope

Weltraumteleskope sind eine besondere Form von Remote-Teleskopen. Durch ihren Standort im Erdorbit bieten sie immer perfekte Beobachtungsbedingungen. Neben dem dem optimalen Wetter (im Orbit ist 24 Stunden pro Tag klare Nacht) sind das die Möglichkeit, alle Himmelsobjekte praktisch immer erreichen zu können sowie die fehlende Atmosphäre, wodurch stabile Messbedingungen, größere Spektralbereiche und höhere Auflösung ermöglicht werden.  In seinem Vortrag über das Public Telescope erläuterte Heiko Wilkens diese besonderen Vorteile des Weltraumteleskops für Amateurastronomen, Bildung und Wissenschaft anhand von Beobachtungsbeispielen für Kleinplanetenforscher und stellte außerdem den Stand der technischen Überlegungen zum Projekt vor.

Die Teilnehmer der Konferenz waren sich einig, dass die Möglichkeiten von erdgebundenen und orbitalen Remote-Teleskopen die Arbeit der Kleinplanetenforscher künftig stärker prägen werden. Die Professionalisierung der Amateurastronomie schreitet unaufhaltsam voran und bietet neue fantastische Möglichkeiten.

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